„Tierrettungen“, die die nächste Tierausbeutung finanzieren.

Immer häufiger hören wir von „Tierrettungen“, die aus Freikäufen von Nutztieren aus konventionellen landwirtschaftlichen Betrieben resultieren. In den sozialen Medien häufen sich seit längerem die Aufrufe zur Mithilfe an solchen Freikäufen. Das System dahinter funktioniert oft wie folgt:
Tierschützerinnen werden durch zeitliche Fristen und Drohungen, dass das Tier sonst geschlachtet wird, unter Druck gesetzt und die Summe X schnellstmöglich gezahlt werden muss. Dabei sind die geforderten Beträge häufig um ein Vielfaches höher als der eigentliche „Marktwert“ des Tieres – also der Betrag, den die Landwirtinnen für das Tier in der Nutztierwirtschaft bekommen würden. Durch Streuung in den sozialen Netzwerken und vor allem das Engagement beherzter Tierschützer*innen bekommen sie den geforderten Betrag meistens auch schnell zusammen.

Der sicherlich gut gemeinte Einsatz der Käuferinnen bringt jedoch Konsequenzen und Schwierigkeiten mit sich, die im ersten Moment vielleicht nicht augenscheinlich oder nicht vordergründig sind, wenn die Chance besteht ein Leben zu retten. Mittlerweile ist nach unseren Erfahrungen aus Deutschland und der Schweiz anzunehmen das Landwirtinnen hier sogar eine Art Geschäftsmodell wittern und mit dem Freikauf ihre Tierausbeutung im Betrieb querfinanzieren.
Mensch muss sich bewusst machen, dass das Geld, welches die Landwirt*innen durch den Freikauf erhalten, direkt in deren Betriebe und damit in die kontinuierliche Ausbeutung neuer Tiere fließt.

Häufig werden die Tiere auch gegen eine monatliche Zahlung bei Landwirtinnen nur in einen sogenannten Pensionsstall eingestellt. Dürfen die Tiere den landwirtschaftlichen Betrieb verlassen, werden sie in den meisten Fällen freigekauft, bevor es überhaupt einen Lebensplatz für sie gibt. Die Kunst besteht eigentlich darin ein gerettetes Tier bis ans natürliche Lebensende artgerecht und gut versorgen zu können. Dabei sollte man nicht vergessen, dass auch sie irgendwann alt werden, es jederzeit zu Verletzungen/Erkrankungen kommen kann und dann höhere Kosten für tierärztliche Versorgung, Spezialfutter etc. anfallen können. Wenn man ein Tier rettet oder aufnimmt sollte man sich dessen bewusst sein. Auch wir wünschen uns für jedes Tier der Welt ein friedliches und unbeschwertes Leben, doch wir müssen realistisch bleiben. Der Wunsch nach Rettung ist wundervoll und verständlich, dem Vorgehen des stetig überteuerten Freikaufs stehen wir aber skeptisch gegenüber. Denn am System der Tierausbeutung ändert dies leider gar nichts! Bei dieser Art der systematischen Tierrettung fehlt es oft ganz und gar an Aufklärung. Weshalb werden die Tiere gerettet? Was könnte man selbst tun, um die Tierausbeutung nicht mehr zu unterstützen? Der Hinweis, sich pflanzlich zu ernähren, fehlt auf vielen Tierschutz-Webseiten oft gänzlich. Dabei ist gerade Aufklärung das allerwichtigste. Jedes gerettete Tier sollte Botschafterin für das Leid der Tiere in der Nutztierhaltung sein. Dazu müssen wir ihnen unsere Stimme geben und die Menschen über das unfassbare Leid in der Nutztierhaltung informieren.

Unserer Meinung nach besteht eine nachhaltige Möglichkeit, Nutztiere zu retten, darin, Betriebe zu unterstützen, die ihre Höfe umstellen und aus der Nutztierhaltung aussteigen. Diesen sollte man die Möglichkeit geben, ihre letzten Tiere vor dem Schlachter zu bewahren sowie ihnen einen Lebensplatz zu sichern, indem man hier Lebenshöfe aufbaut. Damit fließt das Geld in einen Bereich, der sich von der Nutzung der Tiere gänzlich verabschiedet – und genau diese TRANSFARMATION benötigen wir, um das Leid der Nutztiere umfassend zu beenden. Beispiele für solche Projekte/ Transfarmationen gibt es in jüngster Zeit immer mehr und genau diese Geschichten sollte man erzählen und verbreiten, um zu zeigen, dass es geht und dass man Hilfe bekommt, wenn man sie benötigt.
Auch viele langjährig bestehende Lebenshöfe, die sich um nachhaltige Rettungen bemühen, suchen immer Patinnen und Unterstützerinnen für ihre tierischen Lebenshofbewohner.
Wir müssen Geld, Zeit und Outreach investieren, um aufzuklären und zu sensibilisieren, damit nachhaltig und stetig eine Veränderung erfolgt. Das reine Freikaufen unterstützt nur die Menschen, die Tiere ausbeuten.

http://www.pro-lebensglück.de
http://www.bevela.de
http://www.hof-narr.ch

Weitere Interessante Beiträge zum Thema findet ihr auch auf hier:

https://www.tierlebenshof-hunsrueck.de/darueber-hinaus/tiere-frei-kaufen/
https://land-der-tiere.de/tiere-freikaufen/

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